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Artikel Beschäftigung

 

Holzspiele von Nina Ottosson

Beschäftigungsmöglichkeit für behinderte und nicht behinderte Hunde.

Ein Artikel von Iris Schneider, der auch in Ausgabe 01/06 in der Zeitschrift "Der Hund" zu lesen ist.

Behinderte Hunde sinnvoll beschäftigen...Meine bevorzugte „Hausbeschäftigung“, bei der nicht nur mein blinder Hund Freude zeigt, sind Holzspiele. Ich bezeichne sie auch gerne als „Gesellschaftsspiele“ für Hund und Mensch. Aufgrund der verschiedenen Ausführungen der Spiele sind diese, individuell abhängig von der Behinderung, für blinde, taube und/oder dreibeinige Hunde geeignet. Nach dem Motto: - Der Weg ist das Ziel! -, soll der Hund nach einer Lösung suchen, WIE er ans Ziel (Belohnung in Form von Leckerli oder Trockenfutter) kommt.  Jedes Spiel verlangt einen anderen Lösungsweg. Einmal muss der Hund das „Hindernis“ mittels Nase oder Pfote verschieben, ein andermal ist es notwendig, das „Hindernis“ mit dem Maul aufzunehmen und woanders abzulegen, um ans Leckerli zu gelangen.

Bei einer anderen Variante verbirgt sich das Leckerli hinter Holzknöpfchen, die an einer „Tafel“ so montiert sind, dass der Hund vor der „Tafel“ sitzend, auf Kommando mit seiner Pfote auf den Holzknopf „schlagen“ sollte, hinter dem sich das Leckerli befindet und dann herausfällt. Die meisten der Spiele lassen auch verschiedene Schwierigkeitsgrade zu, was ich zur anhaltenden Motivation für wichtig halte. Auch Hunde können von einer Beschäftigungsmöglichkeit rasch gelangweilt sein, wenn diese zu einfach für den Hund ist! Gerade bei blinden und tauben Hunden neigen wir Menschen dazu, die Lösungen für unseren behinderten Hund selbst zu suchen und ihm das Leben so „bequem“ wie möglich zu gestalten. Falsch!

Ich sehe es als unsere Pflicht an, den Hunden geistige und körperliche Beschäftigung zu bieten, sie selbständig Lösungen finden zu lassen und ihnen die Möglichkeit zu geben, Selbstvertrauen aufzubauen. Voraussetzungen für ein „normales“ Hundeleben mit Lebensqualität!

Meiner Meinung nach stellen die Holzspiele für einen blinden Hund die größte Herausforderung dar.

Alfonsos Favorit ist das „Hütchen-Spiel“ (Dog Smart) .

 

Da ich Alfonso beibrachte, seinen Futterbeutel zu apportieren, setzt er ohnehin, sofern möglich, häufig erst mal die „Ins-Maul-nehmen-und-wegtragen-Lösung“ ein. Vom Futterbeutel geprägt, in dem sich die Belohnung befindet, dauerte es eine Weile bis er begriff, dass er diesmal die Belohnung nicht durch mich erhält, wie beim Futterbeutel-Apportieren der Fall! Falls notwendig helfe ich Alfonso, indem ich ihm „zeige“, WO die Belohnung zu suchen ist. Er ist durch die Blindheit gefordert, zwei Lösungen zu finden.

  1. Wie räume ich das „Hindernis“aus dem Weg?

  2. Wo finde ich dann wieder das Leckerli?

Ein tauber und dreibeiniger Hund hat hier eindeutig den Vorteil, sehen zu können, wie er sich den Spielverlauf optimal und effektiv gestalten sollte. Dem dreibeinigen Hund hingegen würde ich persönlich eher die Spiele anbieten, bei dem die Lösung mit Nase oder Maul zu finden ist. Er kann so während der körperlichen Ruhephasen seine Sinne schärfen und nutzen!

Für mich ist bei dieser Beschäftigungsmöglichkeit mit Holzspielen immer wieder interessant zu beobachten, wie clever in aller Regel körperlich behinderte Hunde sind. Auch stellte ich schon fest, dass ein z. B. blinder Hund schneller ans Ziel, sprich Leckerli, gelang, als sein sehender Artgenosse. Vorausgesetzt: Behinderte Hund sind es gewöhnt, auf eigenen Pfoten zu stehen und selbständig Lösungen zu finden!

Ein Weg, der sich für Hund und Mensch lohnt.

Ein Weg, der zeigt, dass gehandicapte Hunde auf keinen Fall auf Lebensqualität und Beschäftigung verzichten müssen.

Ein Weg, auf dem ich die Hunde gerne als „Mitspieler“ begleite!

 

 

 

   

 

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